Lapide und Valentin
Shownotes
Aus Anlass des einhundertsten Geburtstags des großen jüdischen Brückenbauers Pinchas Lapide hat sein Sohn Yuval Lapide den Direktor des katholischen Bildungshauses Haus am Dom in Frankfurt Main Joachim Valentin in jüdisch katholischer Verbundenheit interviewt.
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00:00:00: Lieber Prof.
00:00:00: Valentin, ich bin sehr dankbar!
00:00:02: Dr.
00:00:02: Juva Lapide darf Sie interviewen.
00:00:04: Sie sind Leiter des Hauses am Dom und beauftragte das Bistums Limburg für jüdisch-christliche Begegnung, Leiter der Rabanos Omarus Akademie.
00:00:12: Sie hatten lange Zeit Kontakt mit meiner Mutter.
00:00:14: Sie haben mir gesagt, sie haben zwanzig Mal eingeladen zu großen Soirees innerhalb von zehn Jahren.
00:00:20: Leider ist meine Mutter Dement aus dem Geschäft herausgegangen.
00:00:23: Mein Vater ist ebenfalls in anderen Dimensionen.
00:00:25: Er ist bei Ingwer Gott angekommen vor vier Jahre.
00:00:28: die Arbeit fortsetzen, Brückenbauer der zweiten Generation.
00:00:31: Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie sich heute Zeit genommen haben für ein paar Fragen zur Wertung und zur Würdigung meines großen Vaters, der nächstes Jahr am achtundzwanzig-November zweitausendsofernzehnt seien hundertsten Geburtstag gefeiert spirituell.
00:00:44: Ich habe ein paar Frage für Sie vorbereitet als Kenner der Materie, als Kenne meiner Mutter, als indirekten Kenner meines Vaters.
00:00:51: Würden Sie ihn jeden stellen?
00:00:52: Und Sie beantworten sie nach Ihrem Gusto!
00:00:55: Eine Frage, habe ich gleich am Anfang.
00:00:57: Welche Kognitiven als auch emotionalen Erinnerungen?
00:01:00: Lieber Prof.
00:01:01: Valentin, verbinden Sie mit meinem berühmten Vater Pinchas Lapide dem jahrzehntelangen Frankfurter jüdischen Brückenbau an der Seite seiner treuen Mitarbeiterin Ruth Lapide?
00:01:12: Dann spontan was assoziieren Sie denn Sie werden Professor Pinchaz Lapide?
00:01:17: Es gibt einige wenige Figuren in der deutschen Szene die schon in den Sechziger oder Siebziger Jahren wahrgenommen wurden als jüdische Intellektuelle, als Vertreter der jüdischen Religion und die ganz wesentlich ist für den christlich-jüdigen Dialog beigetragen haben.
00:01:37: Und da ist sicher neben Shalom Ben Chorin Pinchas Lapite die wirkmächtigste auch von seinem Werk her größte und für die Wirkung in Deutschland gar nicht zu überschätzende.
00:01:51: Er hat sowohl inhaltlich wichtige Inhalte geliefert, die hier in Deutschland nicht bekannt waren.
00:02:01: Als promovierter Judaist hat er die jüdische Jesus-Wahrnehmung und auch die Übersetzung aus den Hebräischen nicht mehr bekannten Quellen sichtbar werden lassen.
00:02:19: Große Gestalten wie Josef Klausner und andere, die schon in der Zwischenkriegszeit sich mit Jesus beschäftigt hatten überhaupt ins deutsche Bewusstsein gebracht.
00:02:29: Das heißt also da gibt es eine starke inhaltliche Komponente ein großes Wissen über die jüdische Tradition aber eben auch sonst hätte er sich nicht mit der Person Jesu beschäftigt.
00:02:40: einen starker Impuls nach den ungeheuerlichen Pokromen der Judenverfolgung über Jahrtausende und der Katastrophe, der Shoah in einen Prozess der Wiederversöhnungen einzusteigen.
00:02:57: Und da eine starke jüdische Stimme zu bilden.
00:02:59: Das ist glaube ich sein großer Verdienst, dass er dann im Jannuzevier-Siebzig sich entschieden hat eben seinen Wohnsitz hier nach Frankfurt zu verlegen.
00:03:09: Gemeinsam mit seiner Frau Ruth.
00:03:14: Vorteil gewesen, dass er einfach hier in Deutschland als Gesprächspartner dauerhaft zur Verfügung
00:03:21: stand.
00:03:22: Dankeschön!
00:03:23: Mein Vater war ja dafür bekannt, der Valentin Provokateur zu sein.
00:03:28: Er liebte den jüdisch-kristlichen Lug inniglich – ich war damals ein Jugendlicher und habe viel mitbekommen.
00:03:32: Ich war sein indirektter Schülerstudent und er hat sehr viele Kernegesätze innerhalb seiner großen Kirchentagsauftritte Gemeindeaufträte von sich gegeben, die unsterblich sind.
00:03:44: Eine seiner großen Sätze, in denen ich unsterbig erinnere ist Christenglauben an das Kreuz.
00:03:50: seit zweitausend Jahren Judentragen das Kreuze.
00:03:54: Wer steht Jesus wohl näher?
00:03:57: Ich will es noch mal sagen weil der Satz so massiv... Was sagt der große Katholik Joachim Valentin dazu aus seinem innersten Glauben?
00:04:06: Ich glaube dass viele Vertreter des Judentums heute noch genauso auf Distanz zu Jesus sind wie vor dem Wirken von Pinchas Lapid.
00:04:17: Das muss man vielleicht doch auch traurigerweise sagen, dass erst in aller jüngster Zeit also im Jahr zwei Tausend Fünfzehn eine große Gruppe von orthodoxen Ratminern auf Nostra-Ethata geantwortet hat.
00:04:33: Pinchas Lapide, hat in den Jahren neunzehntneinundsechzig sein großes Buch Rom und die Juden publiziert.
00:04:39: Das heißt er hat ganz wenige Jahre noch bevor Nostro-Ethaater als wichtiger Text überhaupt angekommen ist darauf reagiert das Konzise dargelegt in seiner Entwicklungsgeschichte auch mit den dunklen Kapiteln.
00:04:54: Das heisst Er war seiner jüdischen Community weit voraus bis heute.
00:05:03: Aber also eine jüdische Community für die Jesus, das Kreuz, das Signum ihrer eigenen Verfolgung ihres Todes, ihres Matheoretoms über Jahrhunderte war, den ist es nicht zu verdenken dass sie anders als Pinchas Lapide, Jesus nicht als Bruder im Glauben, als Juden aus der Antike, als jemanden der vielleicht sogar wegen seines besonderen Ethos, wegen seiner großartigen Gleichnisse als Rabbiner in die Geschichte der jüdischen Tradition aufgenommen werden sollte.
00:05:33: So habe ich Pinchas Lapid immer verstanden, aber das setzt natürlich voraus dass es auch so gesehen wird.
00:05:43: Deswegen würde ich natürlich immer noch sagen Jesus ist sowohl den Juden wie den Christen in gewisser Weise fern weil man jüdischerseits mit ihm die Verfolgungsgeschichte verbindet und weil aber christlicherseits Jesus als der Jude, auch da wäre noch viel zu tun.
00:06:02: Da könnte man von Pinchas Lapide bis heute viel lernen immer noch nicht ins Bewusstsein des Mainstream Christentums.
00:06:09: das kann ich zumindest hier für Deutschland sagen.
00:06:12: angekommen ist also alle die Expertin im jüdisch-christischen Dialog beklagen, vielleicht gerade in jüngster Zeit durch die vielen unglücklichen Aktivitäten und Äußerungen von Papst Benedikt oder Josef Ratzinger eher einen Rückschritt hinter das was er in den Siebziger- und Achtzigerjahren einmal erreicht war.
00:06:30: Sei es jetzt die leidige Substitutionstheologie, die davon ausgeht dass die Kirche die Halszusage an die Juden zu hundert Prozent übernommen hat also die jüdische Community aus der Halstusage Gottes aus der Auserwählteile herausgefallen sei sei es, dass man nach wie vor den milden lieben Gott Jesu gegen den angeblich rachsüchtigen Gott des sogenannten Alten Testament ausspielt und nicht versteht das Jesus mit beiden Beinen ganz oder sogar ohne eine neue Religion gründen zu wollen in dieser jüdischen Tradition stand.
00:07:08: Das heißt Es gibt überall Dinge zu tun und es gibt überall Distanz zu dem Jesus, den uns Pinchas Lapide völlig zurecht, weil er der historische Jesus ist.
00:07:20: Den er dafür uns herauspräpariert hat nahebringen wollte.
00:07:25: also von daher lohnt bis heute die genaue und konzise lektüre Der Werke von Pinchers-Lapide.
00:07:33: Man müsste auch darüber nachdenken, dass eine oder andere das nicht mehr greifbar ist neu zu edieren.
00:07:39: Wir haben hier tatsächlich einen, man könnte sagen uneingelösten Auftrag den das Werk von Pichers Lapide Juden und Christen bis heute in der List.
00:07:52: Mein Vater war ja ein sehr leidgeprägter Mann deswegen habe ich die Frage gerade gestellt.
00:07:58: Er hat den Holocaust überlebt mit schweren Glessuren Ich will auch darüber nächstes Jahr sprechen, vom Flüchtling zum Brückenbauen.
00:08:06: Er hat katastrophale Salib, was streng genommen verhindert hätte müssen sich so in den Jüdisch-Kristianologen zu begeben.
00:08:12: Mein Vater hat gelitten in Wien durch katholisch geprägte Menschen, die dann so grauen Freundesalisten wurden und hat um es kurzzufassen eine enorme göttliche Intervention erlebt, durch die er gespürt hat.
00:08:24: das was passiert ist nur passiert weil Christ nicht christlich genug war.
00:08:28: Während Christen christlich genug gewesen, hätten sie so ein Verbrecher wie Adolf Hitler nicht zugelassen.
00:08:33: Sehen Sie in dieser Leistung meines Vaters als holokos gezeichneter Mann allein durch seinen Schritt in den jüdisch-grösslichen Logo, sei es mit Katholiken oder protestanten etwas was uns heute erinnern muss leid, dass die Kirche Juden angetan hat.
00:08:50: Insbesondere meinen Vater muss durch ein stärkeres Wahrnehmen von Juden und ein stärkeres Hinhören auf Juden repariert
00:08:57: werden.".
00:09:00: Also das sind zwei Dimensionen.
00:09:01: Das eine ist die theologische Dimension über die ich eben gesprochen habe.
00:09:05: da würde ich das unbedingt für notwendig halten.
00:09:07: Und zwar weil wir keinen authentischen Zugriff auf unsere eigene Wurzel nämlich auch Jesus Christus haben wenn wir die starke jüdische Prägung Und die durch und durch jüdische Gläubigkeit, die er verbreitet nicht endlich zur Kenntnis nehmen.
00:09:26: Und daraus auch dogmatische und weiter reichende Schlussfolgerungen
00:09:29: ziehen.
00:09:30: Was die Shoah angeht ist ja in Australietate eigentlich vieles gesagt.
00:09:36: da wird der Antisemitismus abgelehnt endlich und erstmalig von in einem christlichen Dokument des jüdischen Volkes und der jüdlichen Verheisung an Beginn des Christentums betont.
00:09:54: Die Aufarbeitung der kirchlichen, so würde ich es jetzt mal eher nennen, Taten auch der Theologie die zum Beispiel auf evangelischer Seite versucht hat zu beweisen dass Jesus kein Jude sondern Aria war in riesigen exegetischen Kongressen Bistümer und Landeskirchen, die stolz darauf waren Juden rein zu sein.
00:10:21: Also getaufte Jüdinnen und Juden aus ihren Reihen zu entfernen.
00:10:25: All das sind Dinge, die vielleicht aufgearbeitet sind, die in Büchern nachzulesen sind aber nicht unbedingt im Bewusstsein der Menschen präsent sind.
00:10:37: Ich würde jetzt nicht sagen dass das Leid durch das Holocaust den Dialog mit Juden eine privilegierte, theologische Stellung.
00:10:49: Die kommt woanders her gibt.
00:10:51: aber ich glaube das Bewusstsein der Untaten die geschehen sind bis heute in zweiten und dritten Generationen der Nachfahren und natürlich bei denen die noch leben in schweren Traumata präsent ist.
00:11:04: dass es unabdingbar würde ich an dieser Stelle ganz klar sagen Der theologische Auftrag ist, glaube ich, den eigenen Anteil an die Judaismis und der Nazis zu erkennen.
00:11:19: Und daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass Kirche ihre Theologie ändern muss?
00:11:27: Das wollte ich gerade ansprechen!
00:11:28: Ich bin ja wie gesagt der Sohn meines Vaters und spüre eine Verpflichtung nicht nur akademischer, intellektueller Natur sondern moralischer etischer Natur dieses Werk meines vaters fortzusetzen was ich ja mache.
00:11:39: Und ich merke in meiner aufgehörigen Arbeit, dass es wirklich bei vielen Katholiken, seien sie Katholikern und Protestanten, welche die Nomination auch immer sie entstanden, wirklich Defizite vorliegen.
00:11:50: Das heißt man hat die grundlegenden Fragen... Die grundlegende Aspekte des Neutestaments ist jüdische im Neutesterment sein muss mal so.
00:11:58: Dass jüdischem Neutestenament nicht in seiner Tiefe wirklich erfasst, sodass ich sagen möchte das Wert meines Vaters war groß.
00:12:04: Ich will mich auch im kommenden Jahr darum bemühen, im Jüdisch-Lorferland mit ich gar nicht im Gespräch die Werke zusammenzufassen.
00:12:11: Ich darf das befürworten und bevorworten.
00:12:14: Und möchte in einerseits dazu auch viel Ergänzungsarbeit leisten.
00:12:18: Merken Sie auch in Ihrer Praxis als Leiter des renommierten Hauses am Dom, in Kontakt mit Katholiken, Kontakt mit Protestanten, dass in der Tiefe sagen wir uns mal ganz deutlich, dass jüdische... Nicht nur ein Jewsvonatser, das ist ja schon axiomatisch bekannt sondern dass jüdische des gesamten Szenarios Evangelien Das jüdische Umfeld, das jüdliche Denken und das jüdische Fühlen.
00:12:39: Das jüdische Verwurzeltsein noch nicht in der Basis angekommen ist.
00:12:44: im Klartext, dass noch einfach sehr viel Grundlagenarbeit wie ich es ganz gerne nenne im Zusammenhang mit einer odontologischen Bezeichnung des Zahnarztes Wurzelarbeit zu leisten ist.
00:12:54: wirklich Wurzelerbeit Reintegration jüdischen Wurzdenkens in das krästliche Gebäuden namens Evangelien und apostolische Briefe.
00:13:06: Das ist sicher so.
00:13:08: Die Forschung ist da vorangeschritten, aber wir haben große Mängel in der Ausbildung und dann auch schließlich in der Verkündigungsarbeit im Religionsunterricht und in den Gemeinden.
00:13:23: Wir sind da auch ein bisschen ratlos und vermuten dass die Grenkung, die die frühen Christen dadurch erlebt haben das nicht alle Juden Jesus gefolgt sind sondern der Außerwälter des ersten Bundes festgehalten hat, bis heute tief sitzt.
00:13:46: Dass man also die Wahrnehmung oder könnte es etwas geben?
00:13:48: Das ist ursprünglicher als unsere Religion und Jesus hat dieser Religion angehört, dass man das nach wie vor als Kränkung wahrnimmt anstatt als Bereicherung und als die Eröffnung neuer Dimensionen.
00:14:00: Es gibt noch neuere Arbeiten vom Kollegen Norbert Reck der darauf hinweist, dass die aktuelle Krise der Kirche vielleicht sogar da herrühren könnte.
00:14:12: Dass man den jüdischen Jesus im Grunde immer ignoriert hat etwa bei den Fragen des Zölli-Barts oder beim Umgang mit Frauen, der ja bei Jesu sein anderer war, wo er sich auch von seinem jüdischem Kontext, zumindest dem Mainstream der damaligen Zeit abgesetzt hat.
00:14:26: Das heißt also eine Rückkehr zu diesen Ursprüngen würde Entschulden gegenüber einer von ihr über Jahrhunderte gequälten Gruppe, Brüdern und Schwestern im Judentum.
00:14:42: Sondern sie würde Sie selber zu einer Reform an Hauptungliedern bringen?
00:14:47: Ja eine Frage im Anschluss daran.
00:14:50: wir leben in Zeiten Wir sind heute in einem Interview im Dezember zwutausend einundzwanzig.
00:14:54: Wir erleben wieder Nehmen es mal so einen Straßenantisemitismus nicht mehr in erster Linie ein Salon Antisemitismus.
00:15:03: Man darf ihren Juden beschimpfen, man darf Ausländer beschimpft werden.
00:15:07: Es ist nicht appetitlich derzeit was ich abspielt und darum ist Aufklärung wichtiger denn je.
00:15:11: ich bin auch froh dass ich in ihnen ein Familienfreund sehe und habe der das auf seine Weise bekämpft durch Bildung.
00:15:18: Bekämpfen geht nur durch Bildungen nach meiner Auffassung.
00:15:20: Ja die Bildung aber
00:15:21: auch durch
00:15:22: politische
00:15:24: Schaffer.
00:15:26: stimmen, die die Residäriers Erasmus Stiftung der AfD ablehnt
00:15:34: und
00:15:36: zu verhindern versucht, dass sie jetzt fünfzig Millionen von Steuergeländern bekommen um ihre realistische Rassistik und insgesamt undemokratische Politik zu machen.
00:15:50: Das heißt also es braucht Bildung natürlich, das braucht Wissen In dem Fall wer überhaupt dieser Erasmus war, der auch hier in Kapit wird.
00:15:59: Aber es braucht natürlich auch politische Aktionen.
00:16:02: Was mich nachdenklich stimmt und auch mein Vater um noch mal mein Vater zu sagen ist diese Unauswrottbarkeit, ich verfolge ja die Presse von bestimmten Stereotypen und Juden gegenüber, wenn wir mal den Klassiker Augenum-Augt zahlen.
00:16:14: Lieber Valentin, es vergeht kaum eine Woche!
00:16:18: In denen sie nicht in den Medien, was nicht ihr primäres ist, aber sie geben in Deutschland so wie ich.
00:16:22: In denen sich primär dieser deformierte, aus der Bibel deformiertes Satz kommt... Naja das ist ja typisch altestamentliches Auge um Auge, Zahn und Zahn, Mund um Mund!
00:16:31: Was natürlich völlig... verzerbt dargestellt wird.
00:16:34: Das will ich nächstes Jahr mit Ihnen auch in öffentlichen Arbeiten unbedingt korrigieren, neben anderen Klischees die Sie erkennen der ewige Jude und der reiche Jude etc.. Was denken sie als gläubiger Katholiker?
00:16:45: Als Mensch der Gesellschaft gibt in Deutschland muss man tun um es mal plakativ ausdrücken diese lieb gewonnene Ignoranz.
00:16:52: Ich nenne das so eine liebgewonnene bequeme Ignorance sei es in der Presse oder im Tuch endlich an der Wurzel um das Thema Wurzeln wieder zu werden, zu packen und ein für alle Male aus der Mode zu nehmen.
00:17:06: Also ich fürchte dass Menschen auf Dauer ihre eigene Identität und das Loop ihrer eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten für wichtiger halten als die Wahrnehmung des anderen.
00:17:21: Und da ist eben Auge um Auge zahnum Zahn Ein ja völlig missverstanden auch historisch falsche eingeordnete Formel eine wunderbare Möglichkeit, die eigene höher stehende Ethik, das Liebes- und beim Herzlichkeit Botschafts.
00:17:39: Jesu Christi, die Seelichpreisungen oder was hat man nach alles dem entgegen stellt hochzuhalten?
00:17:46: Und mit diesem Satz eine angeblich primitivie oder Gewalt oder sonst wie Kultur des Judentums zu produzieren.
00:17:56: Das heißt, man muss letztlich natürlich das Wissen vermehren und immer wieder neu auch die Texte lesen, die sozusagen der ersten Bibel zugehören.
00:18:09: Der jüdischen Bibel.
00:18:11: aber man muss auch an diesem Grundmuster des sich selber zur Ungunsten der anderen aufwerfens und eben vor allem der Christian und Christen Und da ist überhaupt in der religiöse Dialog ein wichtiges Thema, überhaupt erst mal zu wissen was die anderen denn glauben und sind.
00:18:29: Also ich glaube das ist einfach eine unendliche Aufgabe an der man dauerhaft arbeiten muss.
00:18:34: und gerade jetzt in Zeiten... Das ist ja eine Angst bei den Menschen, es ist die Wohlbesichtigkeit, dass sie betrogen durch die Pandemie, die eben leider keine Souveränen sondern eben diese un-Souveräen andere verunglumpfende antisemitischen Reaktionen auslöst, es heißt nur einfach weiter tätig sein und vor allem die jüdische Tradition stark und sichtbar machen und immer wieder neu erklären.
00:19:03: Und natürlich das immer mit kundigen Vertretern und nicht indem man über sie spricht, sondern in der ersten Person, in unseren Kontexten, dass ist Teil unserer Arbeit hier Zu Wort kommen.
00:19:16: Dankeschön, noch ein Aspekt meines Vaters der auch meiner ist.
00:19:20: Doppel Realität Deutschland Israel bzw.
00:19:23: das Land in dem wir Juden leben und Israel.
00:19:25: mein Vater war Zeit seines Lebens israeli und österreicher wollte die deutsche Staatsbürgerschaft nicht annehmen weil ja Österreicher.
00:19:32: gebürtiger Österreich hat den heimgeholt den verlorenen vertriebenen Sohn.
00:19:36: er war sehr stolz darauf sowohl österreich als auch israel zu sein.
00:19:39: ich bin auch beides.
00:19:40: ich bin deutscher und israelie Was ihn ja bekannt ist, wie viele Juden in Deutschland.
00:19:45: natürlich eine doppelte Loyalität.
00:19:47: Das heißt ich liebe Deutschland, bin jetzt aufgewachsen geprägt durch meine Eltern, durch die Kultur spreche perfekt Deutsch, halte meine Seminare und Vorträge in Deutschland bundesweit und bin auch ein Israelei, spreche perfekte Bräsch und halte auch vorteiligere Universität in Israel.
00:20:01: Es gibt ja mittlerweile diesen scheußlichen Anti-Israelismus der von vielen als verdeckter Salonfeger anti-Judaismus betrachtet wird.
00:20:11: Was denken Sie, müssen wir tun christlicherseits um ein Verständnis zu schaffen dafür dass wir Juden nach dem Trauma des Holocaust eine uns innewohnende möchte ich sagen inherente Loyalität zum jüdischen Staat haben weil der jüdische Staat eine Ultima Ratio war und ist wenn denn wieder ein virulenter Ein vernichtender Antisemitismus nunstrot und wir natürlich als letztes Refugium Israel in Angriff nehmen.
00:20:38: Meine Eltern beispielsweise haben Israel überleben zu verdanken, mein Vater flog mal aus einer Zeit, einundvierzig nach dem Kindertransport Thema nach Israel und fang dort eine neue Heimat.
00:20:47: er wäre sonst vernichtet worden in England verhungert oder abgewiesen.
00:20:50: meine Mutter wäre direkt vernichtet wurden.
00:20:52: sie stand kurz vor einer Deportation gut lapide Und konnte in großer Not Legal, mein Vater kam illegal nach Israel-Palästin und haben es einreisen.
00:21:00: Das britische Mandat kurz.
00:21:01: Da entsteht natürlich eine Loyalität, eine Überlebensloyalität.
00:21:04: die bestand auch seit des Lebens meiner Eltern Und viele Juden in Deutschland sind natürlich noch loyal Mit einem Herzen mit einer Seele in der Brust mit Israel verbunden, mit anderen Seelen in Deutschland.
00:21:16: das führt zu Provokation natürlich deutscherseits.
00:21:19: Warum seid ihr nicht in Israel?
00:21:20: Geht doch in euer Land.
00:21:22: Was wollt ihr von uns hier in Deutschland?
00:21:24: Wie sehen Sie diesen Anti-Israelismus und wie können sie etwas beitragen im Haus am Dom, in ihrer Öffentlichkeitssätigkeit um... Bewusstsein, nehmen wir es mal auch Empathie zu schaffen dafür dass wir Juden nach der Shoah, nach dem Menschheitsverbrechen an den Deutschland nicht gerade unbeteiligt war an das Statement zu schaffen.
00:21:42: Eine Empathied zu schaffen Dafür dass wir Juden diese Doppeller Realität nicht aufgeben wollen.
00:21:47: Ich glaube eine wichtige Aufgabe ist die immer wieder mit Zeitzeugen in Kontakt zu kommen und die zum Wort kommen zu lassen.
00:22:00: prominent und gut sichtbar, um diese ganz persönliche Erfahrung einfach zu vermitteln.
00:22:07: Daneben haben wir natürlich Debatten über die Politik in Israel gerade unter der Netanyahu-Regierung wo man sagt Gut also da kann man sich verschiedene Dinge vorstellen was die Loyalitäten mit dem Land Israel angeht.
00:22:25: Das hat Angela Merkel, die auch immer wieder betont wie er hoch angesehen war und ist in Israel, dass das Existenzrecht Israels auch in verklausulierten konjunktivischen Formulierungen wie Free Palestine oder wie auch immer in Deutschland ganz klar zum Kommon gehört, dass es nicht hintergehbar.
00:22:45: Genauso wenig ist es tolerabel, dass an diese mittige Stereotype wie Kindermörder oder anderes auf israelische Akteure angewendet wird.
00:22:55: und überhaupt darf man das hohe Interesse in Deutschland an Israel und seinen angeblichen Untagen ganz klar als eine Maßnahme der Klandestin-Schuldumkehr über verstehen.
00:23:10: Das heißt also schaut euch die Israelis an, was sie den Palästinenzern antun?
00:23:14: Da müssen wir uns nicht mehr schämen für unsere eigenen Grundtaten an den Juden.
00:23:19: Also das scheint mir die Hauptmotivation dieser weitverbreiteten Israelkritik zu sein und die ist ausdrücklich zurückzuweisen bzw auf ihre psychologischen Hintergründe eben dieser Schuldabwehr zu demaskieren.
00:23:36: Gleichzeitig würde ich immer natürlich sagen, man kann die Loyalität, die Sie oder jetzt mit jeder jüdischen Gemahnte hier in Frankfurt empfinden.
00:23:46: Wie soll ich sagen?
00:23:47: Die kann man vielleicht verstehen aber nicht muss sie nachvollziehen.
00:23:52: also das aber intellektuell.
00:23:55: Kann man verstehen dass es nach den Jahrtausenden von Verfolgungserfahrung geht ja im Grunde bis ins Babylonische Exil zurück wenn man so will jüdischerseits die Tatsache eines sicheren Hafens noch weit über das hinaus, was nur Existenzrecht Israel heißt.
00:24:15: Einfach unterstützen und bejahen muss!
00:24:17: Wir werden selber uns der Frage nach einer theologischen Legitimation der Landverheißung an Jüdien und Juden stellen.
00:24:24: Das ist für eine klare Forderung, die viele Rabbiner und Theologen an uns richten.
00:24:30: Nehmt doch mal zur Kenntnis, was in eurem Alten Testament steht und bezieht Stellung zu der Frage.
00:24:38: Wie soll denn die Landfrage geregelt werden?
00:24:41: Auch aus theologischen Gründen erwarten wir mehr Solidarität von euch das eine schwierige Aufgabe bei sie natürlich zugleich die Palästinenser auch eine lebenswerte Situation verdienen, nicht unter den Teppichkehren darf.
00:24:57: Also das ist sozusagen die Ambivalenz, die damit verbunden ist aber eine Anfrage oder Kritik des jüdischen Rechtes in Israel sicher zu wohnen, die es immer zurückzuweisen.
00:25:10: natürlich existiert dieses Recht und man kann das gar nicht oft genug betonen gerade bei angesichts der Straßenantisemitismus von dem sie gerade schon waren.
00:25:19: Noch eine andere Frage.
00:25:20: Mein Vater war ja hier, wir sehen in Frankfurt am Main hier im schönen Haus am Dome, den ich ihr Gast sein darf.
00:25:24: Mein Vater hatte hier große Auftritte, in denen ich im neuen Jahr sprechen will.
00:25:29: Er kannte Walter Adlerhoch, den großen katholischen Stadtgekant.
00:25:32: Das war er mehr als seine Bekanntschaft, das waren richtig Freundschaften.
00:25:35: Walter Adlor hat mein Vater besucht und mein Vater hat ihn besucht.
00:25:38: Ich war dabei.
00:25:39: es gab große Begegnungen.
00:25:41: Es gab die Begegnungen unter Petra Roth, die Oberbürgermeisterin.
00:25:45: Handelte sich der Einladung ehemaliger Frankfurter Juden, weil ich damals jugendlich echt durfte immer dabei sein.
00:25:50: Es gab den Dieter Trautwein, den großen protestanten Brubs hinter Potscheien Frankfurt.
00:25:55: Große Kirchen auf die Dich erinnere mich als meine Eltern kamen, da war es hier.
00:25:59: Den ersten evangelischen Kirchentag.
00:26:01: Ich werde das Motto nie vergessen, das war im Juni.
00:26:04: In Engsten und See wir leben.
00:26:05: erst der große Auftritt meines Vaters am Kirchental.
00:26:09: Mein Vater war sehr... sehr, sehr engagiert in der Begegnung als Holocaust-gezeichneter Mann und hatte wirklich innige Kontakte mit Katholiken und Protestanten.
00:26:19: Mein Vater betonte dass wir, sprich Juden und Christen nicht nur die Aufgabe haben miteinander ins Gespräch zu kommen um uns zu versöhnen und geologische Friedensarbeit zu leisten sondern gemeinsame Aufgaben angesichts einer immer komplizierter und bedrohlicher werdenden Welt.
00:26:36: Die gemeinsamen Aufgaben, die uns gestellt sind wie er sagte als Erdenbürger, als Kindergottes nicht nur als Juden und Christen.
00:26:42: Welche sehen Sie lieber Direktor des Hauses, Lieber Familienfreund, die Autumn Valentin?
00:26:47: Was sind für sie gemeinsame Aufgabe durch die wir unsere eigene Theologie mobilisieren können um mit den großen Gefahren der Welt Klimaschutz, Pandemie fremdende Integration zu meistern?
00:26:59: Das war ja auch ein Anliegen Ihrer Mutter, die Schöpfungsgeschichte als eine zu interpretieren.
00:27:05: Es hat sie hier im Haus gemacht, die zu einem ganz anderen Verhältnis zur Umwelt führen würde, als wir das in der industrialisierten letztlich auch atheistischen Logik in den letzten zwei Hundert Jahren getan haben.
00:27:20: Ich glaube da konnten Juden und Christen leicht und gut im Judentum noch mal verstärkt durch die talmutischen Regeln für den Umgang mit der Natur, das Sabbatjahr, dass sie die Prachregelungen lernen und umsetzen.
00:27:38: Dasselbe gilt für das Thema Gerechtigkeit.
00:27:41: Das Sabbatja ist auch ein Jahr der Entschuldung wo Schulden erlassen werden all das Dinge, die man sich in den kapitalistischen Logiken nicht mehr vorstellen kann.
00:27:52: Als dritten Punkt würde ich glaube, dass was Hans Künk formuliert hat.
00:27:57: Der ja auch mit ihrem Vater gemeinsam publiziert hat vom Wiederholen wollen kein Frieden in der Welt ohne Frieden der Religion das heißt also ein öffentliches Auftreten von Juden, Drissen und inzwischen eben auch Muslim.
00:28:11: Das zeigt die Religionen stehen Schulter an Schulter und sind nicht im Krieg im Kampf miteinander zerstreut und können damit ein Beispiel für Einheit, für Loyalität trotz der Unterschiede ohne die Unterschiede zu übertünchen.
00:28:27: Da stehen das wären für mich jetzt mal die drei wichtigsten Punkte.
00:28:32: Ich war bei der Wiederlektüre auch von Texten ihres Fahrers tief beeindruckt wie sehr er schon in den Siebzigern oder Achtzigern diese sogar schon in dem ersten Büchern in den Sechzigern diese Entchristlichung aber überhaupt den Verlust an Religion, den er selber auch bedauert und betrauert hat in den sägularen Gesellschaften hervor gehoben hat.
00:28:59: Und daraus geschlussfolge hat das Juden- und Christen jetzt endlich gemeinsam anstatt gegeneinander etwas für die Religionen, für den Gottesglauben und für die Werte, die damit verbunden sind zu tun.
00:29:11: also es hat mich tief beeindruckt und da sind wir heute noch Nicht sehr nahe, also noch drei Tate inzwischen über fünfzig Jahre alt.
00:29:23: Empfiehlt das schon, in den Sechzehn-Fünfundsechzig sozialpolitisch gemeinsam zu agieren mit den Weltreligionen und es gibt wenig solcher Initiativen.
00:29:33: daran arbeiten wir zurzeit als sowohl hier in Frankfurt im Rat der Religionen bundesweit und darüber hinaus bei Ulrichens Vorpies.
00:29:41: Und wir hoffen sehr darauf, dass die Politik auch irgendwann versteht und darauf reagiert.
00:29:47: Noch eine Frage Joseph Schuske, Zentralratspräsident in Deutschland.
00:29:50: Einer Freund von mir aus Würzburger Zeiten da war er niedergelassene Arzt.
00:29:55: jetzt besitzt er in Berlin seit einigen Jahren Ein sehr angenehmer, typisch fränkischer Jude.
00:30:00: stolz auf seine Fränkische Identität ist, wie ich in Israel geboren kam als Jugendlicher nach Deutschland.
00:30:05: Schaut mit einem laffenden und einem treinen Tränen den Auge die Situation in Deutschland an Und ich wollte Sie diesen Thema, das ich damals mit Ihnen besprochen habe, kurz ansprechen, terminologischer Natur.
00:30:16: Sie wissen der Zentralrat heißt ja seit Ur gedenken Zentralrett der Juden in Deutschland nicht der deutschen Juden Weil, ich habe damals mit ihm gesprochen.
00:30:24: Ich kann auch sein Vater übrigens David Schuster, er sagt wir Juden fühlen uns in Deutschland obwohl wir alle Rechte der Welt haben, Körperschaft des öffentlichen Rechts und Integration durch Angela Merkel gewürdigt und durch Edmund Schmidt immer noch das Gefühl haben es ist so ein Bruch, so ein Schismat passiert neununddreißig bis fünfundvierzig dass sie uns einfach nicht deutsche Juden nennen können wobei Charlotte Knobloch die große Dame dieses Jahr am siebenundzwanzigsten Jahrhunderts zweitausendanzeig deutlich sagte Ich bin eine stolze deutsche Jüdin.
00:30:52: Vor ihnen steht eine stolzdeutsche jüden.
00:30:54: Schuster würde das nie machen.
00:30:56: ich sage nicht gerne, ich bin stolzer jude e stolzer deutscher jude und stolzer bürger dieses landes.
00:31:03: wie sehen sie die terminologie?
00:31:07: Was sind Juden für Sie?
00:31:08: Sind wir deutsche Juden, sind wir Juden in Deutschland, sind die jüdische Deutsche.
00:31:14: Ich merke meinen Aufdeck lieber Valentin oftmals ein unberragend christlicherseits wenn ich mich vorstelle und ich sage ich bin Jude Und oftmals, mein Vater das auch verdient natürlich, merke ich seine konsternierte Zeiten von Christen, dass sie sind doch Jude Sie sind blond und blaugig.
00:31:28: Sind sie Jude?
00:31:29: Waren sie immer jude?
00:31:30: Darf ich sie Juden nennen, verstehen Sie?
00:31:32: Da merke ich noch dieses alte wirklich aus der Nazi-Zeit resultierende Unberragung.
00:31:36: Wenn ich einen Juwalapide oder Binkersabinejude nenne dann steckt man mich in die Nazi-Schublade Denn hier bestand Jude.
00:31:42: Was denken Sie müssten wir tun damit wirklich diese Bereinigung erfolgt Diese Entschmutzung, Entstigmatisierung des Begriffs Jude Und wir sagen um deutschen Menschen christlicher Provinenz sagen können Professor Lapide ist ein Jude und nicht ein mensch-jüdischer Herkunft diese verkrampften Formulierungen.
00:32:00: Spüren Sie das auch, dass da noch eine terminologische Not bei vielen Christen in Deutschland spricht?
00:32:06: Ich selber bediere zunächst mal dafür, ich finde die Begrifflichkeit unterschiedlich hilfreich.
00:32:17: Also ich würde sagen, manchen jüdischen Klaubens, weil das Jüdisch sein ja nicht alle Bereiche widerspiegelt.
00:32:22: Man kann Jüdischen Glaubens und Beatles-Fan, BWL Studenten und alles Mögliche sein.
00:32:28: Ja also wir reden heute eher von Intersektionalität, also von verschiedenen Identitäten die sich... wo man gerade vermeiden muss, dass man das eine mit dem anderen verbindet.
00:32:39: Also Juden sind immer reich, Juden ist immer dies oder jenes.
00:32:42: Das ist ja genau eines der rassistischen oder antisemitischen Probleme, dass jemandem festlegt.
00:32:48: Diese Festlegung, meine ich, müsste man vermeiden denn wir haben spätestens seit der Wiedervereinigung und den vielen Jüdinnen und Juden russischer Herkunft hier im Land ja verschiedene Teilweise sehr verschiedene Einzelbiografien.
00:33:03: Sie haben es ja gerade beschrieben, auch das Verhältnis zu Israel ist unterschiedlich.
00:33:07: Das Verhältnissen Deutschland ist unterschiedliche.
00:33:09: die einen verstehen sich als Opfer völlig zurecht.
00:33:15: Die russischen Juden feiern den neunten Mai als Tag des Sieges ihrer teilweise ihre Väter und Großväter mitgekämpft haben in der Sowjetarmee über Nazi-Deutschland und haben eher diese Täter Siegerhaltung als die eines Opfers.
00:33:30: Das heißt also, man muss mit Pluralität leben.
00:33:33: Ich für mich ist das Wort Normalität an der Sterne wichtig.
00:33:36: Also wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft zu der als allerälteste Gruppe.
00:33:43: Wir feiern jetzt gerade siebzehnhundert Jahre jüdische Präsenz, zwanzig in Deutschland Das Judenturm, die jüdischen Menschen gehören als wesentlicher Teil der Kultur.
00:33:53: Ich habe mich selber sehr viel mit der Philosophie der Zwischenkriegszeit beschäftigt, mit Walter Benjamin, Théore Adorno, Krakauer, also viele Frankfurter auch dabei, Martin Buber.
00:34:04: Ohne deren Beiträge muss man gar nicht von Albert Einstein sprechen wäre Deutschland heute etwas anderes, die Geist des Wissenschafts.
00:34:13: und wie soll ich sagen?
00:34:16: Da ist man immer hin- und hergerissen einerseits das als jüdisch zu identifizieren und damit auch etwas anderes zu markieren.
00:34:23: Man muss es aber tun, weil vielen das nicht bewusst ist wie stark dieser Beitrag ist von denen was für ein verungeheuerlicher auch geistiger Verlust die Shoah war wo Menschen entweder ins Exil oder getrieben oder eben vernichtet worden sind.
00:34:40: also Normalisierung Teil der deutschen Geschichte, der Geistesgeschichte, Moses Mendelssohn, Nathan der Weise von Lessing.
00:34:47: Das sind alles Dinge die gehören essenziell zu unserer Kultur.
00:34:51: aber da reden wir auch noch nicht von Handel und Wandel, von Frankfurt als Messestadt und der wichtigen Rolle die jüdische Metzene hier für die Stadt die Rothschilds und die Bedmanns gespielt haben.
00:35:02: also man kommt gar nicht sozusagen aus dem Erzählen heraus.
00:35:08: das wäre für mich der entscheidende Punkt zu sagen es gibt Ein Judentum, dass historisch und gegenwärtig und jüdische Menschen die historischen Gegenwert so eng zu Deutschland gehören.
00:35:21: Ich selber habe hohe nottische Vorfahren aber auch etwas länger zurückliegende Quatschungsgeschichte.
00:35:27: Wir können ja auch sagen ich als Waldenzer oder was auch immer.
00:35:31: also da das verschmilzt ja irgendwann.
00:35:33: und genau diese Verschmelzungen muss man einerseits wahrnehmen und auch befördern Und andererseits natürlich die Eigentömmlichkeit dieser Herkunft auch sichtbar.
00:35:42: Und vielleicht noch einen Satz, absurd ist natürlich jemand der eine deutsche Staatsbürgerschaft hat Israel als Heimatland zuzuweisen und zu sagen, wann geht er?
00:35:51: Das war
00:35:51: ja damals der Eklamellegin als Nürburgris.
00:35:54: Genau!
00:35:54: Das ist Azoring wie man heute sagt, da wird der andere zum anderen erklärt.
00:35:58: Da wird ein anderes Land sozusagen sein einziges Heimatland Und da steht man dann wieder kurz vor der Deputation, wenn man so redet sozusagen.
00:36:06: Da kann man sagen ja gut ihr könntet ja dahin gehen, ihr gehört hier gar nicht hin.
00:36:11: Das ist also genauso abzulehnen wie andererseits auch wenn jemand sich zu Israel bekennt und zu sagen was denn jetzt sei er jetzt Deutsche oder Juden?
00:36:18: Ich glaube diese Pluralität in der Identität auch der Zuordnung, wie Sie es gerade für sich gesagt haben ist für mich der Schlüssel.
00:36:25: Es gibt plurale Identitäten und die sind eben in manchen Teilen auch jüdisch geprägt, das ist zu erfahren da es nachzufragen Da ist immer auch zu lernen wie solche Biografien gelaufen sind und so welchen Überzeugungen und Welternschauung sie dann schließlich führen bei den Menschen, die diese oft ja gewaltsamen traumatisierenden Biographien erlebt haben.
00:36:48: Also ich glaube dass der Holocaust letztlich also ihn basiert.
00:36:56: Wenn ich den anderen mehr oder weniger entmenschliche, wenn ich sage es so anders dass du in töten darfst genau dann ist der entscheidende Schritt getan der der Totalitarismus und Massenvernichtung auch bis heute immer noch möglich macht.
00:37:10: deswegen ist glaube ich auch sowas wie eine Verbrüderung oder die Vorstellungen sind eben ein eine Gruppe der in Deutschland aktuell lebenden gemeinsam die deutsche Staatsbürgerschaft haben oder wie auch immer.
00:37:22: Ich glaube, das ist genauso notwendig wie die Wahrnehmung der anderseite dieser Kultur.
00:37:27: Erlauben Sie mir noch zwei kurze Fragen?
00:37:28: Eine Frage direkt im Anschluss daran.
00:37:30: Johannes Rau auch ein Glühender in Freund Israels seinerzeit Ministerpräsidentin Audra Vistralen und deutscher Bundespräsidenten sagt der Entsatz lieber Freund Valentin den ich nie vergessen werde.
00:37:40: er sagte Im Angesicht dessen was passiert, das ist im Bundestag, weil sich so und so viel da gedenkt, nach der Mai, ich glaube, in den Fünfen und nachts, ich sage ja das.
00:37:47: Im Anggesicht dessens was passiert ist, verneige ich mich vor den Opfern des Sollekosts und strecke ihn dem Überlebenden die Hand aus.
00:37:55: und er sagt, der Satz, wenn er kommt, wissen Sie unser Verhältnis ist belastet?
00:38:00: Das Verhältnissen zwischen Deutschland ist deutlich...
00:38:03: Normalität in diesem engeren...
00:38:05: Genau, das wollte ich gar nicht aufgreifen.
00:38:08: Sie merkt es ja allein schon durch die Terminologieferwischung Es gibt ja streng genug nicht Deutsche und Juden sondern es gibt Deutsche und Israelis Und immer wieder fallen Menschen.
00:38:15: diese fallen Menschen die Falle.
00:38:17: Deutsche und Juden müssen sich... Sie sind Deutscher und ich bin Jude.
00:38:21: Ich bin genauso deutscher wie sie Mittlerweile seit vierzig Jahren und wir sind beide Deutsche.
00:38:25: Das ist der deutsche Katholik Prof.
00:38:27: Walentin und der jüdische-deutsche-Judei.
00:38:35: Wir haben eine belastete Vergangenheit, die in die Gegenwart hineinrecht.
00:38:38: Und das ist eine Anomalie, die wir nicht wegwischen können.
00:38:41: und er sagte dann im Bundestag im Angesicht dieser Anomalie müssen wir Normalität gestalten.
00:38:48: Der große Protestant Johannes Rauhing-Bundester.
00:38:54: Verständlichkeit und der Unvergänglichkeit dieses Holocaust, die natürlich auch meine Mutter kennzeichnete.
00:39:00: Die leider sehr dement ist so mein Vater brichte müssen wir miteinander gestalten.
00:39:04: Sehen Sie auch die Tatsache dass wir den berüchtigten Schlussstrich einfach nicht setzen können?
00:39:08: Nicht weil es nicht opportun ist sondern weil es anti existenziell ist.
00:39:12: Ich bin selbst ein Kind überlebender Eltern Und ich kann diese Identität nicht aus mir löschen Auch wenn ich mich noch so sehr diktiere und andere Juden verantworten meinen genauso wenig.
00:39:20: das heißt sehen sie auch diese Polarität von sogenannten Normalität und Anomalie in der Normalität.
00:39:27: Ich werde es zu hundert
00:39:28: Prozent unterschreiben, ich bin Ihnen auch dankbar, ich kannte das Zitat nicht für die Regierung, weil ich immer selber mit diesem Begriff der Normalitäten auch ringe, wir hatten jüngsten Journalistengespräch mit Esther Schapira, die dann auch sagte ja sehr schön ladet Juden ein macht sie sichtbar auch in eurem Kontext.
00:39:44: Aber das heißt nicht, dass ihr zu einer Normalität wie andere Normalitäten gemeinsam kommen werdet denn die Erfahrung des Shoah und die unendliche Schuld, die Deutsche da auf sich geladen hat oder auch Christen ist damit nicht auszuwischen.
00:40:01: Das stimm ich Ihnen also völlig zu.
00:40:02: Alle letzte Frage bevor ich Sie entlasse.
00:40:04: Es sind sehr schön Gespräche, es sind sehr schöne Ambiente im Haus am Boden.
00:40:08: Eine sehr provokante Frage, die ich in Anlehnung an die Arbeit meines Vaters leiste.
00:40:13: Können Sie sich... Ja, das habe ich ganz kurz zählt hier!
00:40:16: Mein Vater war ja auch in den Vereinigten Staaten von Amerika dort ganz große Vorteile gehalten, wie ich auch nächstes Jahr mit ihm und anderen Menschen besprechen.
00:40:22: Er war einmal im Bible Belt in Amerika.
00:40:25: Sehr schwarze Biblioplastengemeinden, die in den sechthiger Jahren, die natürlich überhaupt keine Ahnung hatten von jüdischer Verwürzeltheit des Christendums.
00:40:34: Ich habe ihn natürlich eingeladen, weil er damals State-Representative war.
00:40:37: Er war ein Staatsbeamter Israel.
00:40:39: Er hat die Beziehung zwischen Israel und den Vereinigten Staaten sementiert weniger Juden und Christen.
00:40:44: Und der sagt ja, das ist auch so tief für eine oder andere.
00:40:46: Da war in den Einsatz als er zurückkam mit meiner Mutter, siebenundsechzig.
00:40:49: Weißt du Juwai?
00:40:50: Wir haben dort fantastische Menschen getroffen!
00:40:51: Die Israeler sind im Staat sehr begrüßen... ...und auch an Interesse an Juden haben.
00:40:55: wie wohl es sehr dilettantisch ist.
00:40:58: Das Interesse wackelt sehr, aber man ist interessiert.
00:41:00: Und er sagte einen Satz der mich umgehauen hatte.
00:41:02: ich will ihn kurz auf Englisch sagen.
00:41:03: Er sagte im Namen dieser Baptisten in Amerika die sehr freundlich waren Mr.
00:41:08: Lapide The Jews may not have lived ever in history but they certainly crucified Jesus of Nathalieus.
00:41:15: Zu Deutsch Lieber Professor Lapid Es mag durchaus sein dass die Juden nie gelebt haben das es eine Fiktion von uns Christen.
00:41:23: Aber eins steht fest Sie haben Jesus Christus ans Kreuz geschlagen Da wird er da bohäntiert, weil in dem so ausgebracht welche Selbstzerrissenheit entwickeln kann.
00:41:36: Und darum möchte ich sehr eine letzte Frage hinweisen mit Konfrontieren nämlich können Sie sich je vorstellen dass wir in einen Zustand kommen ein Christentum weltweit existiert, das ganz ohne antisemitisches Ressentiments.
00:41:52: Ganz ohne an judaistische Spitzen Juden als den Ursprung des christlichen Denkens betrachten und man Juden völlig ressentimunfrei begegnet, ohne im Mindesten rekurrieren zu müssen auf uralte Zöpfe die.
00:42:06: Aber dass es grundsätzlich möglich ist?
00:42:08: Ich würde also von all denen, die hier aktiv im jüdisch-christlichen Dialog unterwegs sind auch konzertieren.
00:42:15: Wir haben nicht in jeder Hinsicht die christologischen Konsequenzen ausgezogen, was heißt das?
00:42:21: Wenn er einen nicht-anti- oder ist-dicher Jesus, der also sich distanzieren muss oder von dem man nicht behaupten muss, er distanziere sich von den Pharisäern zum Beispiel
00:42:30: etc.,
00:42:30: da sind wir Dabei.
00:42:32: auch die Frage der Gotteswohnschaft, ist die Frage ob sie nicht im Kern sozusagen diese dogmatische Gedanke dieser Glaubensinhalt an sich oder ästliche Elemente hat.
00:42:41: Zumindest von Juden ja nicht mitgetragen werden kann.
00:42:44: Also da gibt es ein paar letzte ungeklärte Punkte.
00:42:47: Rein theologisch ist das möglich?
00:42:50: Da ist das vierte Kapitel von Master Etate nach wie vor auch ein Vorbild, weil da einerseits der Antisemitismus ganz klar abgelehnt wird und andererseits aber auch beschrieben wird mit Paulus-Zitaten etc.
00:43:02: Wie das gedacht werden könnte ja in dem Judentum als Wurzel des Christentums die Heiden als eingepfropfte Zweige also wir selber sind das Sekundär dazugekommene.
00:43:13: Der Kern is jüdisch.
00:43:16: Aber die Frage ist eher, wie bekommt man denn die Leute weltweit dazu?
00:43:21: Menschen, die nicht gut gebildet sind.
00:43:22: Menschen, der selber in rassistischen Umfeld groß geworden sind.
00:43:27: USA hat ja neben einem vielleicht existierenden Andiodeismus auch noch ein Rassismusproblem, das auch unendlich tief sitzt.
00:43:36: Also diese sozial-psychologischen Umstände, die sind so komplex dass ich ehrlich gesagt ist für einen wirklich fast übermenschlichen Bildungsauftrag halte, diesen diese Kehre weg von dem Antijudaismus der ja auch bei Luther und so weiter.
00:43:53: Ja das ist ja nicht nur die Katholietradition es ist hier auch die reformierte und protestantische.
00:43:58: Was wir aus der Welt schaffen?
00:43:59: Das ist eine Hergulesaufgabe, das muss man ganz klar sagen.
00:44:02: Theoretisch ist es möglich praktisch ist er so endlich schwierig.
00:44:06: Danke mich sehr.
00:44:07: Lieber Prof.
00:44:08: Valentin, es war eine große Freude, dreiviertel Stunde intensives Gespräch und ich freue mich riesig auf unsere Projekte im kommenden Jahr!
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